15.09.2026
Umweltpreis der EKM geht an Johannesgemeinde in Halle
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland vergab ihren Umweltpreis in diesem Jahr an die evangelische Johannesgemeinde in Halle. Die Kirchengemeinde bewarb ihr Projekt als „Doppelt innovativ: Die PV-Anlage auf dem Dach der Ev. Johannesgemeinde Halle (Saale).“
Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wurde am 12.09. in Lutherstadt Wittenberg beim EKM-Schöpfungsfest von Regionalbischöfin Bettina Schlauraff an Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinde überreicht. Die Ev. Johannesgemeinde Halle (Saale) hat die Jury mit einem innovativen Konzept einer Photovoltaikanlage überzeugt.
Neben der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden, wodurch das denkmalgeschützte Gebäude trotz Einsehbarkeit von der Straße her mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden konnte, steht eine soziotechnische Neuerung im Fokus des Projekts. Die „Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung“ ist ein noch junges Konzept, das der Gemeinde ermöglicht, den produzierten Solarstrom direkt an andere Parteien in dem Mietobjekt zu veräußern. Die Versorgung mit Netzstrom bleibt individuell zusätzlich bestehen. Das Projekt der Johannesgemeinde ist eines der ersten, die dieses Modell praktisch umsetzen. Davon profitieren Mietende, die Gemeinde in ihren eigenen Räumlichkeiten und die CO2-Bilanz. Im ersten Halbjahr der Nutzung konnten 9.975 kWh Strom erzeugt werden und der hauseigene Bedarf zur Hälfte mit PV-Strom gedeckt werden. Damit wurden im Vergleich zu fossilen Energieträgern bis zu 5,8 t CO2 vermieden.
Überzeugt hat die Johannesgemeinde am Ende mit ihrem integrativen Ansatz. So ist die PV-Anlage auf dem Dach nur der Gipfel eines Nachhaltigkeitskonzeptes. Dieses sieht beispielsweise auch eine Fürbitte zur Bewahrung der Schöpfung in jedem Gottesdienst vor. Die stetige Auseinandersetzung mit Schöpfungsverantwortung auf der praktischen wie geistlichen Ebene beeindruckt. Es handelt sich um „ein Projekt, das zum Nachfragen und Netzwerken geeignet ist, sich komplizierten Zusammenhängen zwischen Denkmal- und Klimaschutz stellt und damit manch Zweifelnde ermutigt und inspiriert zur Nachahmung“, betont die Jury.
Bewerbungen gab es aus der gesamten Landeskirche, aus städtischen wie ländlichen Umgebungen, aus Kirchengemeinden, Einrichtungen und Werken.