Lothar Kreyssig

Im Leben und Wirken von Präses Dr. Lothar Kreyssig verknüpft in vielfältiger Weise die Weite der ökumenischen Arbeit mit den sozialethischen Aufgaben unser Kirche, Ihrer Gemeinden und Mitglieder. Frühzeitig hat der die Themenfelder weltweite Gerechtigkeit, Frieden, die Bewahrung der Schöpfung und Menschenrechte - allesamt Themen des Konziliaren Prozesses - aufeinander bezogen. Lothar Kreyssig ging es immer wieder drum, dass die Kirche unter dem Wort aber auch in der Welt bleibt und dass Gewissen den Weg zur Tat bahnt.

Lothar Kreyssig wurde 1898 in sächsischen Flöha als Sohn eines Getreidegroßhändlers geboren. Er studierte Jura in Leipzig, wurde 1926 in Chemnitz in den Justizdienst (seit 1928 als Richter) übernommen. Er hat von 1946 bis 1964 vor allem von Magdeburg aus vielfältig gewirkt.

Als Richter war Lothar Kreyssig Präses der Synoden der Bekennenden Kirche in Sachsen und Teilnehmer der Barmer Bekenntnissynode von 1935. 1940 prangerte er als einer der ersten die Tötungsaktionen der Nationalsozialisten gegen sogenanntes "lebensunwertes Leben" an. In diesen Jahren begann er als Landwirte seinen Hof ökologisch zu bewirtschaften und kümmerte sich frühzeitig um die Bewahrung der Schöpfung. Seine Söhne nahm er in der Nazi-Zeit vom Gymnasium, damit sie nicht der faschistischen Ideologie ausgesetzt waren und unterrichtete sie selbst.

Nach dem Krieg leitete Lothar Kreyssig das Konsistorium in Magdeburg und war langjähriger Präses der Synode der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (KPS). Er vertrat die KPS 1948 auf der Gründungsversammlung des Ökumenischen Weltrates der Kirchen (ÖRK) in Amsterdam und arbeitete in der Programmeinheit "Kirche und Gesellschaft" mit. Kreyssig bemühte sich seit 1953 um "Ökumenische Diakonie" und eine gerechte Nord-Süd-Beziehung, damit "anhaltender Überfluss und elementarer Mangel in rechter Weise zueinander gebracht werden könnten". Er gehört zu den Wegbereitern und Mitinitiatoren von "Brot für die Welt", gründet 1957 die Aktionsgemeinschaft für die Hungernden und die Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste (1958).

Als Mitglied des Präsidiums des Deutschen Kirchentages und des Rates der EKD war Lothar Kreyssig ein Mittler zwischen Ost und West und bestrebt, dass die Kirchen unter dem Wort und in der Welt bleiben. Kurz: Lothar Kreyssig ist ein Persönlichkeit unserer Landeskirche, die anregt, Würdigung verdient und verpflichtet. Wie nur wenige Protestanten nach dem II. Weltkrieg hat er frühzeitig in ökumenischer Perspektive öffentliche Verantwortung von den Kirchen wie von der Gesellschaft verlangt. Dabei waren ihm die Kernbereiche des späteren konziliaren Prozesses Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung von herausgehobener Bedeutung.

Über das Leben und Wirken von Dr. Lothar Kreyssig informiert die Wanderausstellung "Lothar Kreyssig (1898 - 1986) - Richter Bauer Kirchenmann"

 

MDR-Bericht über Lothar Kreyssig

Nah dran - Das Magazin für Lebensfragen Sendung vom 24.11.2011


 

Das Ökumenische Projekt 2016 - Mit Luther zum Papst

 

 

Fürbitten


 
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