Tansaniapartnerschaft

Evangelical Lutheran Church in Tanzania

Grundsätze der Tansaniapartnerschaft

Der Grund der Partnerschaftsarbeit liegt in dem Wissen um die Zusammengehörigkeit der Christen als weltweite Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern in der Kirche Christi. Beispielhaft wird diese Gemeinschaft in der Einen Welt mit lutherischen Gemeinden im Süden Tansanias und in der Arusha Region konkretisiert und in gegenseitiger Fürbitte, persönlichen Begegnungen und gemeinsam verantworteten Projekten mit Leben gefüllt.

Vorrangig wird die Zusammenarbeit gepflegt auf den vier Gebieten:

a) der Mission
b) der Bildung und Ausbildung
c) der Gesundheitspflege
d) der Frauenförderung

Bilaterale und Multilaterale Beziehungen ergänzen sich dabei, so dass man sagen kann: Die Partnerschaftsarbeit der EKM läuft auf zwei Beinen:

  • Partnerschaftsarbeit in Gemeinden, Kirchenkreisen, Propstein (direkt, bilateral)
  • Partnerschaft auf Ebene der Landeskirche

Geschichte der Tansaniapartnerschaft

Die Ursprünge der Partnerschaft nach Tansania liegen in der Vergangenheit der Missionsarbeit lange vor Gründung der DDR. Die Lutherische Kirche in Tansania ist ja Ende des 19. Jahrhunderts durch die Berliner Mission im Süden von Tansania und durch die Leipziger Mission im Norden von Tansania entstanden. Daraus hatte sich ein ständiger Kontakt ergeben, der auch nach Gründung der DDR 1949 und insbesondere dem Bau der Berliner Mauer 1961 nie ganz abgerissen ist. In den siebziger Jahren wurden die Kontakte bewusst wieder aufgenommen. Zuvor hatte es einen Grundsatzbeschluss der Evangelischen Kirche der Union gegeben, die Partnerschaft mit der Lutherischen Kirche im Süden Tansanias besonders der Kirchenprovinz Sachsen zuzuordnen.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Thüringen gehört zu den Trägerkirchen des Leipziger Missionswerkes (LMW) und ist mit dem alten Leipziger Missionsgebiet in der Arusha Diözese unter den Massai im Norden Tansanias verbunden. Durch einen Vertrag zwischen der EKM und dem LMW sind die Aufgaben im Blick auf die Partnerschaftsarbeit in Tansania geregelt. Dem LMW kommt dabei die Aufgabe zu, die Partnerschaftsarbeit der EKM mit Tansania zu verantworten und weiterzuentwickeln. Eine der zahlreichen Aufgaben ist die Begleitung von Freiwilligen in Tansania.

Mittlerweile hat sich dichtes Netz an Beziehungen zu Gemeinden, Einrichtungen und Diözesen entwickelt.

Die EKM gestaltet die Partnerschaft mit den tansanischen Partnern in enger Zusammenarbeit mit dem LMW. Das Tansaniareferat des LMW handelt bei seinen Besuchen und durch die Kontakte mit Kirchenleitungen, Dienststellen und Einrichtungen in den Partnerdiözesen für die EKM.

Das Tansaniawochenende bietet eine wichtige Gelegenheit zum Austausch und zur Weiterbildung aller Mitglieder von Tansaniagruppen und Tansania-Interessierten in der EKM. Es wird vom Tansaniareferat des LMW und dem Partnerschaftsreferat im Lothar-Kreyssig - Ökumenezentrums vorbereitet und verantwortet. Es findet zweimal pro Jahr, jeweils im Frühjahr und Herbst statt.

Termine und Themen der jeweiligen Treffen erfahren sie im Tansaniareferat des Leipziger Missionswerkes.


Diözesanarbeitskreise in der EKM

In den Diözesanarbeitskreisen der EKM finden sich Vertreter/innen jeweils der Partnerschaftsgruppen zusammen, die Partnerschaften zu derselben Diözese der Evangelischen Kirche in Tansania (ELCT) pflegen.
Die Diözesanarbeitskreise dienen der Vernetzung und dem Austausch. Sie tagen in der Regel 2 bis 3 mal pro Jahr. Sie beraten über Projektanträge und geben Empfehlungen an den Tansaniabeirat der Kammer für Mission - Ökumene - Eine Welt der EKM.
Jeder Diözesanarbeitskreis entsendet einen Vertreter / eine Vertreterin im Tansaniabeirat.

Das Tansaniareferat des Leipziger Missionswerkes unterstützt gern bei der Kontaktaufnahmen zu einem Diözesanarbeitskreis ihrer Tansanischen Partnerdiözese.


Ordnung für die Diözesan-Arbeitskreise für die Tansaniapartnerschaft in der EKM
 

Rogatemappe

Zum Sonntag Rogate stellt das Referat für Partnerschaftsarbeit anlässlich der vorgeschriebenen Kollekte für die Tansaniapartnerschaften in der EKM einige Informationen und Arbeitshilfen zusammen. Diese werden über die Superintendenturen an die einzelnen Gemeinden verteilt und stehen damit den Pfarrerinnen und Pfarrern für die Vorbereitung des Gottesdienstes am Sonntag Rogate zur Verfügung.

Die Materialien vereinigen Texte für den unmittelbaren Gebrauch im Gottesdienst mit Informationen, Materialien und Hinweisen für Ihre Gemeinde- und Partnerschaftsarbeit.

Rogatebrief 2011

Unterstützung und Projekte

Im Vordergrund der Partnerschaft mit der Evangelisch Lutherischen Kirche in Tansania steht die Begegnung und Pflege der kontinentübergreifenden Gemeinschaft durch Besuche und Einladungen. Es werden aber auch finanzielle Beihilfen gegeben, Mitarbeiter entsandt und einzelne "Projekte" unterstützt.

Mit allgemeinen Zuweisungen an den Haushalt der Evangelisch Lutherischen Kirche in Tansania unterstützt die EKM insbesondere

  • den Personal- und Verwaltungshaushalt der Partnerkirche und ihrer Untergliederungen,
  • Stipendienprogramme und
  • einen Fonds, mit dessen Hilfe Fahrzeuge für leitende Mitarbeiter angeschafft werden können.
  • Instrument dieser Zusammenarbeit ist die Lutheran Mission Cooperation (LMC), durch das die EKM zusammen mit anderen Kirchen des Nordens und Missionswerken Programme und Projekte durchführt und unterstützt.

Darüber hinaus wurden Mitarbeiter entsandt und partnerschaftlicher Austausch fand statt, in Vergangenheit z.B. nach mit dem Krankenhaus Lugala, der Oldonyo Sambu Evangelistenschule und der Bibelschule Matema.

An folgenden "Projekten" unserer Partnerkirche ist die EKM maßgeblich beteiligt:

  • Unterstützung und Weiterentwicklung des Lugala Krankenhauses in der Ulanga Kilombero Diözese
  • Förderung der Anwendung und Verbreitung erneuerbarer Energien
  • Vergabe und Verwaltung von Mikro-Krediten durch die Frauen- und Familienarbeit der Iringa-Diözese
  • Unterstützung und Weiterentwicklung des Matema-Krankenhauses in der Konde Diözese
  • Unterstützung einer Bibelschule und der Aufbau eines Berufsausbildungszentrums in Matema (einschließlich der Entsendung einer Fachkraft, Finanzierung von Stipendien)
  • Bildung von Kleinkreditgenossenschaften in der Süd-Diözese, der Süd-West-Diözese und der Süd-Zentral-Diözese
  • Direkte Stipendien für Gesundheitsmitarbeiter in Lugala und Matema
  • Hochschul-Stipendien für kirchliche Mitarbeiter
  • Haushaltszuschuss für ein Waisen- und Behindertenheim in Kidope
  • Bauprojekte (Krankenhausabteilungen, Unterkünfte für Schüler, Renovierung von Krankenhäusern und Kirchen, Verwaltungsgebäude, Mitarbeiterhäuser, Wasserleitungen, Wasserturm)
  • Schulpartnerschaften
  • Ferner wurden zahlreiche Schulgeld- und Kleinprojekte gefördert. Kennzeichnend für alle Projekte ist der enge und direkte Kontakt der dabei in Verbindung Stehenden, aus dem immer neue Projekte entstehen.

Freiwilligenprogramm (in Zusammenarbeit mit dem Ev.-Luth. Missionswerk Leipzig)

Ziel des Programms ist die Eröffnung von intensiven ökumenischer Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten im Zusammenhang der bestehenden Partnerschaften der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) mit Diözesen der Evangelisch Lutherischen Kirche Tansanias (ELCT).

Dieses Programm richtet sich an junge Leute, die nach Abschluss einer Ausbildung, eines Studienabschnittes oder einer beruflichen Phase Interesse an einem einjährigen Freiwilligen-Einsatz haben. Durch intensive Vor- und Nachbereitung des Auslandsjahres in Tansania soll gewährleistet werden, dass die Teilnehmer in ein Netz interkulturellen Austausches und internationaler partnerschaftlicher Zusammenarbeit hineinwachsen und fähig werden, dieses verantwortlich mitzugestalten.

Die Vorbereitung und Begleitung erfolgt maßgeblich durch das Ev.-Luth. Missionswerk Leipzig (LMW).
Bitte wenden Sie sich für weitere Informationen und Beratung an das LMW.

 

Link: http://www.elct.org/