Genossenschaften gründen: Promotoren der Energiewende in Bürgerhand erhalten Zertifikat

Von Januar bis April 2015 wurden in Sachsen-Anhalt “Projektentwickler/innen für Energiegenossenschaften“ ausgebildet. Die Teilnehmenden beenden die viermonatige Weiterbildung, für deren Abschluss sie neue Geschäftsmodelle entwickelt und vorgestellt haben. Die Staatssekretärin des Wirtschaftsministeriums des Landes Sachsen-Anhalt, Frau Dr. Tamara Zieschang, überreicht am kommenden Mittwoch, dem 29. April 2015 um 10 Uhr im Roncalli-Haus in Magdeburg die Zertifikate an 17 erfolgreiche TeilnehmerInnen.

Der Kurs wurde 2015 erstmals in Sachsen-Anhalt durchgeführt, Bildungsträger ist die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen-Anhalt (EEB). Die Umweltarbeit der Ev. Kirche Mitteldeutschlands und Helionat e.G./Magdeburg sind Kopperationspartner des Projektes. Die Schirmherrschaft hat Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang übernommen. Sie betont:

Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es auch die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Durch Energiegenossenschaften können sich Bürgerinnen und Bürger für das Gelingen der Energiewende engagieren und davon auch profitieren. Dies stärkt die Akzeptanz. Umso wichtiger ist es, dass die Gründung neuer Energiegenossenschaften auf sicheren Füßen steht. Dazu trägt dieser Kurs bei.“

Innerhalb von vier Monaten haben die Teilnehmenden gelernt, wie sie eine Genossenschaft mit einem schlüssigen wirtschaftlichen, technischen, ökologischen und sozialen Konzept auf den Weg bringen. Themen wie Photovoltaik, innovative Geschäftsmodelle z.B. Mieterstrom oder Genossenschaften als Stromversorger konnten vorgestellt werden. Weitere Geschäftsfelder wie Windenergie und Nahwärmekonzepte wurden ebenfalls aufgegriffen.

Die Weiterbildung wurde als Kombination aus mehrtägigen Seminaren und praxisbezogenem Online-Lernen konzipiert. Die Teilnehmenden konnten bereits während des Kurses an konkreten Projekten in Regionalgruppen arbeiten und sich über die Projekte austauschen. Zum Modell der Energie in Bürgerhand gehört auch ein bereits funktionierendes Netzwerk, in welchem sich die Teilnehmenden mit Gleichgesinnten austauschen. Auch die Fortentwicklung der Projekte wird hier gemeinsam diskutiert.

An der Qualifizierung nahmen unterschiedliche Personen teil, die sich bürgerschaftlich für den Klimaschutz engagieren, haupt- oder ehrenamtlich aktiv sind, als Umweltbeauftragte und Umweltauditoren der Kirchen, als Energieberater/innen, Architekt/innen, Rechtsanwälte oder selbständig im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind.

Zur Übergabe der Zertifikate neben der Staatssekretärin auch der Projektkoordinator von „Energiewende jetzt“ Dietmar von Blittersdorf und der Umweltbeauftragte der Ev. Kirche in Mitteldeutschland, Dr. Hans-Joachim Döring sprechen. Die Moderation liegt bei Frau Annette Berger. Das Projekt wird gefördert durch die Ev. Kirche in Mitteldeutschland, die Deutsche Kreditbank und durch ESF Mittel zur Förderung von Projekten zur nachhaltigen Entwicklung/Umweltbildung/Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt

Der Umweltbeauftragte der EKM Dr. Hans-Joachim Döring :

"Die Beteiligung an der Gewinnung erneuerbaren Energien gehört auch in Bürgerhand und kann auch eine Aufgabe von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen sein. Über diesen Weg kann Co2 eingespart und finanzieller Gewinn erzielt werden. Schöpfungsverantwortung in einer konkreten Form,die auch der Gemeindefinanzierung dienen kann. Die Umweltarbeit der EKM hat diese Weiterbildung mit konzipiert und finanziell gefördert."