„Man muss es einfach tun …“, 05. Juli 2011

Gedenkveranstaltung zum 25. Todestag von Lothar Kreyssig

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) erinnert an den 25. Todestag von Lothar Kreyssig. Mit einer Veranstaltung (5. Juli, 19 Uhr) unter dem Motto „Man muss es einfach tun…“ wird im Gemeindezentrum der Magdeburger Wallonerkirche an das Leben und Wirken des ehemaligen Konsistorialpräsidenten und Präses der Synodeder Kirchenprovinz Sachsen und Aktion-Sühnezeichen-Gründers gedacht.

„Lothar Kreyssig wirkte vielfältig. Er protestierte nicht nur als einziger Richter gegen die Ermordung schutzbedürftigen Menschen in der Aktion “Euthanasie“ durch die Nazis oder gründete den Versöhnungsdienst Aktion Sühnezeichen. Er beschäftiget sich auch frühzeitig mit ökologischen Fragen, versteckte Flüchtlinge, lebte Ökumene und war maßgeblich am kirchlichen Neuaufbau nach 1945 in Sachsen-Anhalt und Deutschland beteiligt. Er begeisterte Menschen und veränderte Strukturen“, sagt Dr. Hans-Joachim Döring, Leiter des Lothar-Kreyssig-Ökumene-Zentrums der EKM in Magdeburg.

Zu der Gedenkveranstaltung wird unter anderen Erardo C. Rautenberg, Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg, einen Vortrag mit dem Titel „Lothar Kreyssig – ein Verwandelter Jurist“ halten. Außerdem wird an diesem Abend die Ausstellung „Lothar Kreyssig – 1898-1986 Richter, Bauer, Kirchenmann“ eröffnet.

Hintergrund
Lothar Kreyssig wird am 30. Oktober 1898 in Flöha (Sachsen) als Sohn eines Kaufmanns geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg studiert er in Leipzig Rechtswissenschaften. Ab 1926 arbeitet der Jurist im Landgericht Chemnitz. 1928 wird er dort Richter. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme weigert sich Lothar Kreyssig in die NSDAP einzutreten. 1934 schließt sich Lothar Kreyssig der Bekennenden Kirche an - eine Widerstandsbewegung innerhalb der evangelischen Kirchen, die gegen die Durchdringung und Veränderung christlicher Grundwerte und Glaubensüberzeugungen durch den Nationalsozialismus kämpft. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geht Lothar Kreyssig als Konsistorialpräsident der Kirchenprovinz Sachsen nach Magdeburg. 1947 wird er zum hauptamtlichen Präses der Provinzialsynode gewählt. Das Amt des Präses übt Lothar Kreyssig bis 1964 aus. Das wohl bedeutendste Werk Lothar Kreyssigs ist die Gründung der „Aktion Sühnezeichen”. Im Jahr 1958 ruft Lothar Kreyssig dazu auf, aktiv an der Aussöhnung der ehemaligen Kriegsgegner zu arbeiten. Junge Deutsche reisen in die kriegsgeschädigten Länder Europas und nach Israel, um beim Wiederaufbau zu helfen. Nach dem Bau der Mauer beginnt Lothar Kreyssig eine Sühnenzeichenarbeit in der DDR. Am 5. Juli 1986 stirbt Lothar Kreyssig in Bergisch-Gladbach.

Hinweis an die Redaktionen:
Anlässlich des 25. Todestag von Lothar Kreyssig ist in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig das Buch „Lothar Kreyssig: Aufsätze, Autobiografie, Dokumente“ (ISBN 970-3-37402909-9)erschienen. Die Autoren präsentieren das Buch ebenfalls am 5. Juli (17.15 Uhr) im Gemeindezentrum der Wallonerkirche (Neustädter Str. 6) erstmals der Öffentlichkeit. Ein Rezensionsexemplar können Sie per E-Mail unter Hans-Joachim.Doering@ekmd.de anfordern.

DOWNLOADS