Leitbild der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland für die Gestaltung ökumenischer Partnerschaftsbeziehungen zu Kirchen außerhalb Deutschlands

Als Christinnen und Christen sind wir in weltweiter Gemeinschaft als Glieder des einen Leib Christi miteinander verbunden. Gott hat uns in diese Einheit des einen Leibes Christi hineingestellt. Ökumenische Partnerschaften gehören somit als eine Ausdrucksform ökumenischer Gemeinschaft zum Wesen unserer Kirche. Ökumenische Partnerschaftsbeziehungen prägen die Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und sind für uns Erinnerung daran, dass sich Kirche und Gemeinschaft nicht nur lokal vor Ort realisieren, sondern eine weltweite Perspektive brauchen. Ökumenische Partnerschaftsbeziehungen erweitern unsere Sicht auf die Welt und uns selbst. Sie stärken das Bewusstsein für das Leben in einer globalisierten Welt. Ökumenische Partnerschaftsbeziehungen werden auf allen Ebenen der Landeskirche gelebt.

Wesenselemente ökumenischer Partnerschaftsbeziehungen sind für uns

Begegnung. Nur aus dem persönlichen Kennenlernen kann Partnerschaft erwachsen. Die persönlichen Begegnungen schaffen die Grundlage für partnerschaftliche Beziehungen und stärken die Motivation, sich langfristig zu engagieren.

Geistliche Gemeinschaft. Diese eröffnet den Raum, die spirituelle Vielfalt des christlichen Glaubens zu entdecken. Neue, andere Formen und Ausdrucksweisen des Glaubens, der Frömmigkeit oder der Spiritualität werden in der Partnerschaft erlebbar und bereichern das geistliche Leben in unseren Gemeinden und unsere persönliche Glaubenspraxis.

Miteinander teilen
. Ökumenische Partnerschaften als Ausdruck der Leib-Christi-Gemeinschaft schließen das Teilen von Aufgaben und Lasten ein. Sie sind ein wechsel-seitiger Prozess des Gebens und Nehmens. Was wir glauben, worauf wir hoffen, wofür wir beten, was wir tun und unterlassen und worunter wir als Gemeinde Christi leiden, wird in den Partnerschaftsbeziehungen aufgenommen.

Von- und miteinander lernen
. In ökumenischen Partnerschaften lassen wir uns ein, auf eine uns nicht vertraute Art den Glauben zu leben, eine andere Art zu beten oder Gottesdienst zu feiern. Es ist ein Einlassen auf eine zunächst unvertraute Kultur, eine andere Art zu leben und den Alltag zu gestalten. In der Begegnung mit den Partnern beginnen wir, die eigene und die Welt der Partner in einem neuen Licht zu sehen. Im Sinne einer kontextuellen Theologie, im gemeinsamen Lernen sind wir bereit, die eigene Meinung, den eigenen Standpunkt bzw. unser Handeln zu hinterfragen. In der Begegnung mit den Partnern lernen wir, religiösen Pluralismus positiv wahrzunehmen und mit der erlebten vielfältigen Verschiedenheit konstruktiv umzugehen. Miteinander lernen schließt für uns die Bereitschaft zur Veränderung ein.

Formen ökumenischer Partnerschaftsbeziehungen

Ökumenische Partnerschaften können auf allen kirchlichen Ebenen (Kirchengemeinden, Kirchenkreise, auf landeskirchlicher Ebene) sowie zwischen verschiedenen Einrich-tungen (z.B. landeskirchlichen oder diakonischen Einrichtungen und Institutionen, Schulen) aufgebaut und gepflegt werden. In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutsch-land gestalten sich ökumenische Partnerschaftsbeziehungen in Direkt-, Themen- und Projektpartnerschaften sowie in Austausch- und Freiwilligenprogrammen. Darüber hinaus gibt es gerade auf Ebene der Gemeinden und Partnerschaftsgruppen ein großes Engagement auf dem Feld der solidarischen Unterstützung anderer Kirchen.

In welcher Form sich ökumenische Partnerschaften konkretisieren, wird von den jeweiligen Zielen, Inhalten, den beteiligten Personen und Methoden bestimmt. Die Partner-schaften sind meist bi- oder trilateral angelegt, d.h., es werden Beziehungen mit einem Partner aus einem anderen Land bzw. zwei Partnern aus zwei Ländern aufgebaut und gestaltet.

In ökumenischen Partnerschaften begegnen sich Menschen auf Augenhöhe. Bei der Gestaltung von Partnerschaftsbeziehungen wird darauf geachtet, dass Ziele und Absichten der Partner transparent sind.

Reflexion in der Partnerschaft

Für alle Arten von Partnerschaften ist es hilfreich, wenn diese kontinuierlich durch nicht unmittelbar beteiligte Personen begleitet werden. Es entlastet die Partnerschaft, wenn Reflexion und Evaluation nicht unmittelbar bei einzelnen Personen aus der Part-nerschaftsbeziehung verankert sind, sondern durch Dritte angeleitet werden.

Je nach Art und Form der Partnerschaftsbeziehungen wollen wir eine geeignete Methode und einen zeitlichen Rhythmus finden, in dem alle beteiligten Partner gemeinsam auf die Partnerschaft schauen, Erreichtes wertschätzen, mögliche Problem- und Konfliktfelder in den Beziehungen analysieren, nach Lösungen suchen und miteinander überlegen ob bzw. wie die Partnerschaft weiterentwickelt werden soll. Insbesondere bei Projektpartnerschaften betrachten wir nach Abschluss, wie das Ergebnis zu den anvisierten Zielen steht.


Die Broschüre "Ökumenische Partnerschaften gestalten" mit dem Leitbild und der Handreichung für die Gestaltung ökumenischer Partnerschaftsbeziehungen steht hier als pdf-Dokument zur Verfügung.




 

Ansprechpartnerin


Judith Königsdörfer
Referentin für Partnerschaftsarbeit und ökumenisches Lernen

Fon 0391 – 53 46 392
judith.koenigsdoerfer@ekmd.de

 

Post:
Lothar-Kreyssig – Ökumenezentrum
der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
Am Dom 2, 39104 Magdeburg

 

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